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Ablauf einer CI-Versorgung
Kommt ein Patient mit dem Wunsch nach einer CI-Versorgung in die Klinik,
wird zunächst mittels ausführlicher Diagnostik festgestellt werden, ob die
Implantation für ihn möglich und sinnvoll ist. Hiefür werden verschiedene
Voruntersuchungen durchgeführt, die in der Regel maximal 2 Tage in Anspruch
nehmen.
Ist das Ergebnis positiv, wird ein Termin für die Operation festgelegt, in
der das Implantat unter Vollnarkose eingesetzt wird. Dies erfordert einen
stationären Klinikaufenthalt von ca. 5 Tagen.
Ungefähr 4-5 Wochen nach der Operation ist die Wundheilung des Implantats so
weit abgeschlossen, dass eine Erstanpassung des Sprachprozessors stattfinden
kann. Hierbei wird die Sendespule erstmals angelegt und der Sprachprozessor
in Betrieb genommen. Wichtig ist anzumerken, dass der Patient dann noch
nicht gleich hören kann, da der Sprachprozessor erst an die individuelle
Hörwahrnehmung des Patienten angepasst werden muss.
Diese individuelle Einstellung erfolgt über mehrere Wochen hinweg, in
einzelnen ambulanten Sitzungen in unserer Klinik.
Darüber hinaus sind rehabilitative Maßnahmen in unserem Haus, wie z.B. Hör-
oder Sprachtraining, sinnvoll und notwendig, da der Patient das Hören mit
dem CI erst lernen muss.
Im Folgenden können Sie sich noch ausführlicher über die einzelnen Schritte
der CI-Versorgung informieren:
Die Voruntersuchungen
Die Voruntersuchungen klären, ob der Patient aus medizinischer Sicht und
auch in Bezug auf die Rehabilitationsfähigkeit geeignet ist. Sie werden in
der Regel ambulant durchgeführt, der Patient kann in Ausnahmefällen aber
auch stationär aufgenommen werden.
Die Voruntersuchungen beginnen mit einer ausführlichen Anamnese, in der die
Vorgeschichte des Patienten – Art, Dauer und Ausmaß der Hörbeeinträchtigung
– genau abgeklärt werden.
Weiterhin werden verschiedene audiologische Tests durchgeführt:
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Tonaudiogramm
Ein Tonaudiogramm wird mit dem Ziel durchgeführt, die Hörschwelle des
Patienten zu ermitteln. Die Hörschwelle ist der Schalldruckpegel, bei
dem das Gehör Töne gerade noch wahrnimmt.
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Sprachaudiogramm
Das Sprachaudiogramm ist ein Sprachverständlichkeitstest, bei dem
untersucht wird, inwieweit der Patient Sprache (Silben, Wörter und
Sätze) hören und verstehen kann.
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Otoakustische
Emissionen (OAE)
In dieser Untersuchung wird die Funktion der Haarsinneszellen in der
Hörschnecke gemessen. Dies erfolgt über akustische Reize mit Hilfe einer
Sonde im Gehörgang.
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Hirnstammaudiometrie (BERA)
Bei der Hirnstammaudiometrie wird die elektrische Reaktion der Hörbahnen
im Gehirn bei akustischer Reizung gemessen.
Ferner wird eine Computertomographie (CT) des Felsenbeins sowie eine
Magnetresonanztomographie (MRT) gemacht, um genaue bildliche
Informationen über die Anatomie des Ohres und des Schädels zu erhalten
und um festzustellen, ob die Cochlea flüssigkeitsgefüllt ist.
In einem abschließenden Gespräch werden mit dem Patienten die gewonnenen
Ergebnisse der Untersuchungen besprochen und im Falle einer
festgestellten Indikation für das CI, erhält er ausführliche
Informationen zum weiteren Verlauf der Versorgung.
Die Operation
Die Operation, in der das CI eingesetzt wird, findet unter Vollnarkose statt
und dauert ca. 2-3 Stunden. Die Risiken der Implantation übersteigen nicht
die normalen Risiken einer OP am Mittelohr.
Mittels eines Hautschnitts hinter dem Ohr (er ist nach der OP bei
entsprechender Frisur nicht mehr zu sehen) wird das Implantat unter die Haut
in einer kleinen Mulde im Schädelknochen platziert und fixiert. Der
Elektrodenträger wird vorsichtig in die Hörschnecke eingeführt.
Danach wird noch die Funktionsfähigkeit des Implantats überprüft.
Der Patient verbleibt noch 4-5 Tage nach der OP für die Kontrolle der
Wundheilung in der Klinik.
Die Erstanpassung
Nach der Einheilungsphase von ca. 4-5 Wochen erfolgt die Anpassung des
Sprachprozessors. Mit Hilfe spezieller PC-Software und Rückmeldung des
Patienten wird unterschiedlichen Strategien folgend eine erste
Programmierung des Prozessors vorgenommen. Ziel dieser Programmierung ist
die Erstellung eines individuellen Hörspektrums zu einer für den Patienten
optimalen Hörfähigkeit von Geräuschen und Tönen.
Die Rehabilitation
In der postoperativen Phase stehen Hör- und Sprachtherapie, anhand derer die
richtige Zuordnung der neuen Höreindrücke gelernt wird, im Vordergrund.
Bei Kindern ermöglicht ein CI das Erlernen von Sprache und bei frühzeitiger
Implantation (d.h. während der ersten zwei Lebensjahre) häufig sogar den
besuch einer Regelschule.
Benötigt das Implantat Nachsorge?
Der implantierte Teil des CIs bezieht seine Energie durch die drahtlose
Übertragung aus dem Sprachprozessor, der mit Akku oder Batterien betrieben
wird, so dass kein Erneuern von Batterien o.ä. im Implantat selbst notwendig
ist.
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